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Batterie, Wartung und Ladung.
01.04.2005 von Speedmike


Wartung und Ladung

Um Schäden durch Kurzschlüsse und Säurespritzer zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Batterie zunächst aus dem Fahrzeug auszubauen. Lösen Sie immer erst das Minus-, und dann erst das Pluskabel, denn nur so vermeiden Sie effektiv Kurzschlüsse! Befestigen Sie aus diesem Grunde bei der späteren Montage umgekehrt immer zuerst das Pluskabel. Reinigen Sie die Batterie zunächst äußerlich, denn eine Schmutzschicht kann durchaus zu Kriechströmen und damit zu Ladeverlusten führen.

Zitat
Achtung: Batteriesäure (Schwefelsäure) ist ätzend, deshalb ist beim Umgang mit der ausgebauten Batterie Vorsicht geboten. Sollten Sie dennoch einmal Säure auf die Haut bekommen haben, waschen Sie diese schnell mit viel Wasser ab. Bei Augenkontakt sollte zusätzlich auch ein Arzt aufgesucht werden! Säurespritzer auf der Kleidung ziehen meist Löcher nach sich. Ebenso werden lackierte Teile am Bike von der Säure geschädigt. Deshalb ebenfalls gründlich mit Wasser abwaschen!

Bevor die Batterie nachgeladen wird, sind die einzelnen Batteriezellen mit destilliertem Wasser bis zur Maximum-Markierung aufzufüllen (etwa alle 3 Monate kontrollieren). Keine Säure nachgießen, diese wird nur für die Erstbefüllung der Batterie verwendet! Laden Sie Ihre Batterie möglichst nicht mit einem amperestarken Ladegerät aus dem Autozubehör auf! Dies geht zwar schneller, schädigt aber auf die Dauer Ihre Batterie. Soll diese eine Weile nicht genutzt werden, etwa während der Winterruhe, empfiehlt sich die Verwendung eines Frischhaltegeräts. Natürlich kann man die Batterie auch hin und wieder an ein normales Motorradbatterie-Ladegerät hängen. Wird kein selbstregelndes Gerät verwendet, müssen Sie den Ladevorgang überwachen.
Während des Ladens (immer ohne Zellenverschluß-Stopfen) entstehen in der Batterie explosive Gase (Knallgas) - daher immer für gute Raumbelüftung sorgen! Vergessen Sie bei der Montage der gewarteten Batterie niemals, den Entlüftungsschlauch knickfrei anzubringen. Der Einbau eines Säureauffangtanks hilft zusätzlich, Schäden am Bike zu vermeiden. Nun sollte Ihre Batterie wieder startkräftig sein. Schnelles Erschlaffen ist allerdings ein Zeichen von mangelnder Kapazität, etwa aufgrund Überalterung oder häufiger Überladung. Da hilft nur eine neue Batterie!

Die Ladespannung sollte bei etwa 15 bis 25 °C im Bereich von 14,2 bis 14,4 Volt liegen. Der Ladestrom sollte bei ungeregelten Ladegeräten ein Zehntel bis höchstens ein Fünftel des Wertes der Batteriekapazität betragen und auch bei Schnellladung ein Drittel des Wertes der Kapazität nicht übersteigen. Bei spannungsgeregelten Ladegeräten ist eine Begrenzung des Ladestroms nicht erforderlich.

Die Gasungsspannung liegt bei etwa 14,4 Volt und sollte vor allem beim Laden wartungsfreier Starterbatterien nicht überschritten werden.

Prüfen Sie die gereinigte und geladenen Batterie nun auf Ihren Ladezustand. Im Handel werden verschiedene Systeme angeboten. So kann die Säuredichte mittels Aräometer (Säureheber) bestimmt werden. Dabei ist zu beachten, welche Dichte diese Batterie bei Volladung hat. Dieses Aräometer steckt man nun in die Öffnungen der einzelnen Batteriezellen, und saugt etwas Säure in den Säureheber.
Der Schwimmer im Testgerät gibt Aufschluß über die Ladung: Je "schlapper" die Batterie, desto geringer ist die Säuredichte und desto tiefer taucht der Schwimmer ein. Vollgeladene Batterien haben eine Säuredichte von 1.28, leere hingegen eine Säuredichte von 1.10 kg/dm3.

SäuredichteUngefähre Kapazität
1,28 kg/dm³100 %
1,24 kg/dm³50 %
1,10 kg/dm³0 %

Der Ladezustand der einzelnen Batteriezellen sollte möglichst gleich sein, andernfalls liegt ein Defekt vor.

Wer mit einer solchen Spindel arbeitet erhält einen guten Überblick über den Ladezustand, muss aber die Zellen öffnen und eine Probe des Elektrolyten ansaugen. Das ist nur bei ausreichender Erfahrung zu empfehlen.

Schlecher Ladezustand der Batterie, so ermitteln Sie die Ursache:

Ist das Fahrzeug lange Zeit nicht bewegt worden, oder wird es nur im Kurzstreckenbetrieb gefahren und dabei oft mit dem E-Starter angelassen, brauchen wir uns nicht zu wundern - im normalen Fahrbetrieb deutet eine schlaffe Batterie jedoch auf mangelnde Ladung hin. Schäden an Lichtmaschine, Gleichrichter und Regler können die Ursache sein. Fragen Sie Ihre Werkstatt, wenn Sie dieses Problem nicht selbst mit Hilfe eines Handbuches lösen können.

Eine Möglichkeit ist das Messen der Batterieklemmspannung. Dazu ist keine Demontage erforderlich. Die meisten Geräte werden einfach an die Starterbatterie angeklemmt. Zu beachten ist hierbei, dass diese Messung erst durchgeführt werden kann, wenn sich die Batterie beruhigt hat, d. h. etwa 2 Stunden nach der letzten Ladung / Fahrt / Entladung. Die beruhigte Batterie zeigt bei Volladung eine Spannung von 12,65 Volt. Die Spannung sollte nicht unter 12,53 Volt absinken, das sind ca. 85 % der vollen Ladung. Bei 12,25 Volt ist die Batterie halb geladen, bei 11,9 Volt ist sie fast leer. Sollte sie noch weiter entladen werden, kann sie auch bei nachfolgender Volladung nur einen Teil ihrer ursprünglichen Kapazität erreichen. Kapazitätsprüfung: Spannung sagt nichts über die Kapazität aus. Eine alte Batterie hat zwar, vollgeladen, die Nennspannung, erreicht aber nicht den hohen Augenblicksstrom beim Starten(400 bis 600 A). Beim Kauf einer gebrauchten Batterie belastet man mit einem Heizwiderstand (niederohmig) oder betätigt den Anlasser u. misst dabei die Spannung. Diese sinkt bei einer neuen Batterie nicht so sehr und nicht auf Null, aber bei einer alten. Es gibt wartungsfreie Batterien, bei denen man kein destilliertes Wasser nachfüllen kann. Die Zellen sind mit einem Gemisch aus Schwefelsäure (etwa 37 %) und (destilliertem) Wasser gefüllt. Durch elektrolytische Zersetzung kann das Wasser in Form seiner Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff als Gas entweichen, bei wartungsfreien, d. h. geschlossenen nicht. Bei offenen muss der Verlust durch Auffüllen von destilliertem Wasser ausgeglichen werden. Unreines Wasser, dazu zählt in diesem Fall auch Leitungs- und Mineralwasser, würde die Batterie innerhalb kurzer Zeit unbrauchbar machen (Kurzschluss im Elektrolyten). Schlecht arbeitende Spannungsregler der Lichtmaschine begünstigen die Zersetzung des Wassers und erfordern einen höheren Wartungsaufwand der Batterie.

Die Spannung des Spannungsreglers sollte idealerweise zwischen 13,8 und 14,4 Volt liegen. Liegt sie höher, verlieren auch an sich wartungsfreie Batterien schnell zu viel Wasser, was sich negativ auf ihre Lebensdauer auswirkt. Liegt die Spannung darunter, wird die Batterie eventuell nicht richtig voll, was folgende Startvorgänge erschwert und ihre Lebensdauer verkürzt. Muss die Batterie dann zu viel ihrer Kapazität aufwenden, besteht die Gefahr einer Tiefentladung und der für die Batterie schädlichen Sulfatierung.

Starterbatterien sollten auch nicht über längere Zeit (mehrere Monate) ohne Ladung stehengelassen werden. Muss eine Batterie doch einmal über längere Zeit stehen, sollte sie zuvor vollgeladen werden. Ältere Starterbatterien haben eine erhöhte Selbstentladung, zudem besteht beim Stehenlassen der Batterie ohne Nachladung eine erhöhte Gefahr von schädlicher Sulfatierung. Zu langes Stehenlassen schadet daher der Batterie. Die Spannung einer 12-V-Bleibatterie sollte nicht unter 11,8 Volt abfallen.

Bei längerer Nichtbenutzung hilfreich ist auch eine sogenannte Erhaltungsladung mit einem geringen Strom, der nur die Selbstentladung kompensiert.

Die Klemmspannung kurz nach dem Beenden der Ladung einer soeben vollgeladenen Starterbatterie, wird von der Ladespannung zuerst schnell auf etwa 13,2 Volt und von da ab langsamer bis auf etwa 12,7 Volt abfallen.

Die ungefähre Kapazität kann an einer Starterbatterie auch an der Klemmspannung abgeschätzt werden. Die Spannung wird dazu direkt an der über mehrere Stunden unbelasteten und ungeladenen Batterie gemessen:

KlemmspannungUngefähre Kapazität
12,65 V100 %
12,45 V75 %
12,24 V50 %
12,06 V25 %
11,89 V0 %

Ein anderes Problem, das auch zur Entladung der Starterbatterie führen kann, liegt in Kriechströmen oder in korrodierten Polkappen bzw. Anschlussklemmen begründet. Zu Kriechströmen kann es kommen, wenn die Oberfläche der Batterie oder die Pole verschmutzt sind (beispielsweise durch Umwelteinflüsse wie Schmutz und Feuchtigkeit). Korrodierte Anschlüsse führen zu erhöhten Übergangswiderstanden und beeinflussen das Startverhalten negativ. Außerdem verhindern sie, dass die Lichtmaschine die Batterie gleichmäßig laden kann. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Anschlüsse sauber und die Kontaktflächen fest mit den Polen der Batterie verbunden sind. Schutz vor Korrosion bietet zudem die Verwendung von Polfett.

Erneuerung der Batterie

Wählen Sie die Batterie nach Herstellerangaben, bzw. den Amperedaten und Maßen aus. Kontrollieren Sie vor Einbau noch einmal, ob die Batterie paßt und sich die Pole an der richtigen Seite befinden. Nun mit einer entsprechenden Flasche oder einem speziellen Gebinde Säure auffüllen. Die Batterie sollte auf säurefestem Untergrund stehen! Die Batterie gast beim Befüllen - das ist ganz normal. Deshalb die Zellen auch erst nach ca. 20 min. Ablüftzeit verschließen, nachdem nochmals kontrolliert wurde, daß sich der Säurestand im vorgeschriebenen Level befindet. Vor Einbau der Batterie übergelaufene Säure sorgfältig abwaschen. Kabel richtig anschließen! Das Vertauschen des Plus- und Minus-Pols würde nicht nur die neue Batterie schädigen, auch Generator und Bordelektrik könnten zerstört werden! Entlüftungsschlauch immer sorgfältig und knickfrei verlegen. Kontakte säubern! Zuerst Plus-, dann Minuskabel befestigen. Die Pole einfetten.

Wartungsfreie Batterien

Die absolut wartungsfreien Batterien besitzen keine erkennbaren Deckel und Entlüftungen. Sie haben zwar auch Deckel, die aber meistens nach der Befüllung verklebt oder nach der Befüllung mit der Säure mit einem durchgehenden Gummistopfen verschlossen wurden.
Diese Batterien müssen anders behandelt werden als herkömmliche. Eine wartungsfreie Batterie bekommt ihren Namen daher, daß kein destilliertes Wasser aufgefüllt werden muß und kann. Wasser wird durch Gasung und Zersetzung verbraucht.
Wartungsfreie Batterien sind aus anderen Materialien hergestellt, um dieses möglichst zu vermeiden. Auch die Säure besitzt eine andere Dichte. Der Füllstand der Erstfüllung hält ein Batterieleben, wenn man ein paar Dinge beachtet. Verwenden Sie diese Batterie nur, wenn sie auch werksseitig eingebaut wurde (Ladespannung des Generators ist extra abgestimmt). Laden Sie solche Batterien nur mit geeigneten Ladegeräten. Wartungsfreie Batterien dürfen nicht "blubbern" (gasen), denn dadurch entsteht Flüssigkeits- und somit Funktionsverlust, oder die Batterie platzt (Überdruck durch zu kleine Entlüftung). Öffnen Sie niemals solch eine Batterie, denn sie wird danach unbrauchbar.




mfg Mike




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