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Starterbatterie, Tipps und Pflege !
01.03.2005 von Speedmike


Die Starterbatterie

Starterbatterien werden hauptsächlich zum Starten des Motors benutzt. Und darauf ist ihr Aufbau hin optimiert. Da der Startvorgang enorm hohe Stromstärken benötigt, besitzen Starterbatterien eine Vielzahl dünner Bleiplatten mit möglichst großer Oberfläche, die den Innenwiderstand der Batterie gering halten und so hohe Startströme ermöglichen sollen. Aus genau diesem Grunde sind Starterbatterien für zyklischen Betrieb und Tiefentladungen ausgesprochen ungeeignet, weil bei zyklischen Anwendungen das pulverige Schwammblei sehr schnell aus den dünnen Bleiplatten ausbröckelt oder in Lösung geht und dann nicht mehr an den elektro-chemischen Vorgängen innerhalb der Batterie teilnehmen kann. Bei Tiefentladungen nehmen die dünnen Platten enorm an Volumen durch Bleisulfat zu und beginnen ab einem kritischen Entladepunkt starken Druck auf die Separaturen auszuüben, die in der Folge reißen und perforiert werden. Dadurch erhöht sich die unerwünschte Selbstentladung der Zellen über ein gesundes Maß.

Tipps und Pflege

1. Will man seiner Starterbatterie ein langes Leben gönnen, so muß man zu allererst für einen stetig hohen Ladezustand sorgen. Je besser eine Bleibatterie geladen ist, desto geringer fällt die Sulfatierung aus und desto höher wird die Fähigkeit des Akkus sein, bei niedrigen Temperaturen hohe Ströme zu liefern. Dazu ist ein geeignetes Ladeverfahren unerlässlich, insbesondere die Einbeziehung der Akkutemperatur zur Regelung der Ladespannung ist hierbei äußerst hilfreich.

2. Vermeiden Sie auf jeden Fall Tiefstentladungen, z.B. durch angelassene Scheinwerfer oder ähnliches. Solche Tiefstentladungen schädigen eine Starterbatterie sehr stark und unmittelbar. Ist es dann doch ein mal passiert, warten Sie nicht ab, bis die Lichtmaschine die Batterie wieder einigermaßen geladen hat (das kann Tage und Wochen dauern), sondern schließen Sie ein Ladegerät an, welches die Batterie über Nacht auflädt. Überlassen sie eine Starterbatterie nicht längere Zeit weitgehend sich selbst da sie sich selbst entlädt!

3. Achten Sie darauf, das kein Verbraucher in Ihrem Fahrzeug die Batterie langsam aber stetig entlädt. Messen Sie im Zweifel die Stromaufnahme im Parkzustand. Sie sollte nach Möglichkeit unterhalb 40mA liegen. Denken Sie daran, das langsam entnommene Energie einer Starterbatterie aus physikalischen Gründen auch nur langsam wieder eingeladen werden kann. Eine größere Batterie mit höherer Kapazität einzubauen hat in diesem Fall praktisch keinen Sinn, denn auch die größere Batterie würde sich im Laufe der Zeit entladen!

4. Vermeiden Sie hohe Batterietemperaturen und überhöhte Ladespannung! Die Gitterplatten und Zellenverbinder korrodieren exponentiell mit der Temperatur. Überhöhte Ladespannung führt ebenfalls zu verstärkter Gitterkorrosion, kann aber kurzzeitig von Nutzen sein, um schädliche Säureschichtung zu beheben.

5. Vermeiden Sie es, Starterbatterien zyklisch zu belasten, denn dafür sind sie nicht ausgelegt. Wenn Sie z.B. eine Helmfachanlage, Unterbodenbeleuchtung o. Ä. in Ihrem Fahrzeug betreiben, dann liegt bereits eine zyklische Belastung der Batterie vor. Benutzen Sie besser eine zyklenfeste Zweitbatterie (z.B. eine Gel- oder AGM-Batterie) zur Versorgung der Sonderverbraucher, der die zyklische Last verursacht. Sorgen Sie aber wenigstens für optimale Ladebedingungen und eine möglichst große Kapazität der Starterbatterie, denn sonst ist der Ärger vorprogrammiert. Oft kann die nächstgrößere Starterbatterie schon einige Probleme vermeiden helfen. Gelbatterien sind für zyklische Belastungen noch eher geeignet, können aber nicht zum Starten des Motors verwendet werden, weshalb sie zusätzlich installiert werden müssen.
Noch besser für zyklische Lasten geeignet sind aber Nickel-Cadmium-Akkus: Sie sind in der Lage, ohne Verlust an Lebensdauer viele vollständige(!) Zyklen zu durchlaufen. So sind 2.000 Zyklen mit NiCd-Akkus leicht erreichbar, bevor deren Kapazität auf 80% abfällt. Leider ist eine spezielle Schnellladeschaltung mit 20A-Schaltnetzteil im Fahrzeug dazu unerlässlich - wenngleich wir gerade an einer praktischen Realisierung arbeiten - und NiCd-Akkus in der geforderten Kapazität von mindestens 10Ah sind deutlich teurer als Bleiakkus. Für den sicheren Betrieb von externem Fahrzeugzubehör wie Standheizungen oder umfangreichen Installationen von Hifi-Anlagen oder Computersystemen sind NiCd-Akkus absolut optimal geeignet.

6. Benutzen Sie generell nur hochwertiges Material! Minderwertige Batterien sind dauerhaftes Ärgerniss. Sie erreichen nicht die erwartete Leistung, sie verschleißen schneller und streiken oft völlig unerwartet. Hochwertige Materialien und Verarbeitung kosten zwar etwas mehr aber wenn Sie hier versuchen übermäßig zu sparen, sparen Sie eindeutig am falschen Ende.

mfg Mike



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