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Zündanlage, was ist das ?
27.02.2005 von Speedmike


ZÜNDUNG

Bei nahezu allen motorisierten Zweirädern ist die Zündanlage als Magnetzündung ausgelegt. Der für die Zündung notwendige Strom wird hier also durch die Drehbewegung des Polrades in dem Dauermagneten eingegossen sind produziert und von der Erregerspule als sogenannter Primärstrom in die (meist außenliegende) Zündspule geleitet.



Die Kontaktzündung

Die Kontaktzündung, bei der der primäre Zündstrom durch einen über die Drehbewegung der Kurbelwelle gesteuerten Kontakt unterbrochen und geschlossen wird, ist die älteste und bekannteste Steuerung des Zündzeitpunktes. Der den Kontakt und die primäre Wicklung der Zündspule durchlaufende Primärstrom wird zu einem genau definierten Zeitpunkt (Abstand von Kolben zu Zylinderkopf in mm oder als Grad Kurbewinkel Angabe) unterbrochen, wodurch durch den plötzlichen Spannungsabfall die in der ebenfalls in der Zündspule enthaltene sekundäre Wicklung einen sehr großen Spannungsimpuls entwickelt (induktiv) der letztendlich den Zündfunken ergibt. Um zu verhindern, daß die Kontaktflächen (durch den hohen primären Strom) zu schnell verbrennen, ist zusätzlich ein Kondensator parallel zum Kontakt geschaltet. Da diese Teile aber verschleißanfällig sind und zwar der Kontakt, der entweder durch mechanischen Verschleiß am Nocken oder an der Kontaktfläche selbst verschleißen kann, sowie auch der Kondensator, der durch eine eventl. Überbelastung oder Alterung den Geist aufgibt. Ein defekter Kondensator macht sich in der Regel durch einen schwachen rötlichen Funken bemerkbar. Ein defekter Kontakt ist meist nur nicht mehr auf das erforderliche Maß einzustellen, wodurch der Zündzeitpunkt zu weit verschoben wird, so daß der Motor nicht mehr vernünftig oder sogar überhaupt nicht mehr läuft. Daher sollte man bei Problemen mit der Kontaktzündung diese beiden Komponenten (Kontakt + Kondensator) besser immer zusammen austauschen, um unnötiges Herumschrauben zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Ist eine Kontaktzündung allerdings einmal richtig eingestellt und wird sie regelmäßig überprüft hat man auch damit wenig Probleme.


Die elektronische Zündung

Die elektronische Zündung unterscheidet sich im Wesentlichen nur durch das Fehlen eines Zündkontaktes auf der Zündankerplatte. Hier wird die Unterbrechung des primären Zündstroms über ein berührungsfreis elektronisches Teil gesteuert, dem sogenannten PICK UP (siehe Bild). Der Pick Up ist nichts anderes als eine kleine Drahtspule (Zündgeberspule), die durch die Drehung der Schwungradmagneten um sie herum eine schwache Spannung (ca. 1 - 3 Volt) induziert welche dann nur dazu dient einen Schaltkreis zu schalten. Durch die induktive (berührungslose) Abnahme des Zündsignals arbeitet diese Zündungsvariante verschleißfrei und sehr zuverlässig. Im Gegensatz zu der kontaktgesteuerten Ausführung ist diese Variante frei von allen Masseträgheitskräften und deshalb auch drehzahlfest bis weit über 10000 U/min.

mfg Mike


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